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An dieser Stelle werde ich von Zeit zu Zeit ausgesuchte Fragen Rat suchender
Hundehalter annonym beantworten. Kürzungen der Fragen behalte ich mir vor.
Stellen Sie ruhig Ihre Fragen. Dumme Fragen gibt es nicht, höchstens dumme Antworten.
Ich hoffe jedoch, dass ich Ihre Fragen zu Ihrer Zufriedenheit beantworten kann.

„Was kann ich für Sie tun?"
Dritte können dann wieder von Ihren Fragen und meinen Antworten profitieren.
Sie können mir auch auf meine Homepage antworten, indem Sie mir Ihren Eindruck
nennen und konstruktive Kritik anbringen. Sehr gerne nehme ich Ihre Kritik auf und
versuche neue Anregungen & Vorschläge gut umzusetzen.
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Frage
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Lieber Hundeprofessor, wir haben seit kurzem
Familienzuwachs. Es ist unser erster Hund. Von anderen
Hundehaltern erhalten wir unglaublich viele unterschiedliche
Ratschläge, besonders in einem Punkt, der Bestrafung.
Soll man nun seinen Hund zur Strafe am Nacken, an der
Gurgel packen oder nicht?
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Antwort
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Nein, niemals.
Der Nackenschüttler gilt unter gewissenhaft arbeitenden Hundetrainern seit langem als Tabu. Aufgekommen ist er vor einigen Jahrzehnten. Leider hält er sich bis heute hartnäckig.
Bekannte Hundeforscher haben beobachtet, dass Wölfe sich durch den Nackenschüttler Respekt verschaffen und andere so unterwerfen. Leider haben die Forscher ausschließlich gefangene Wölfe beobachtet. In der freien Natur verhalten sich Wölfe vollkommen anders.
(Beobachtet man Menschen in Gefängnissen, kann man auch schnell feststellen, dass diese sich anders verhalten, als wir draußen.)
In der freien Wildbahn haben Wolfsforscher den "Nackenschüttler" nur in Situationen beobachten können, wo es im Kampf um Leben oder Tod ging bwz. der Alphawolf sich gegen einen Angriff verteidigen musste, um die Führungsrolle im Rudel zu behalten.
Wie sanktioniert man nun richtig?
Harmloses unerwünschtes Verhalten von Welpen wird in der Regel ignoriert, positives Verhalten dafür sofort durch Aufmerksamkeit belohnt und verstärkt. Der Hund / Wolf möchte stets Aufmerksamkeit. Für Aufmerksamkeit würde er so gut wie alles tun, zur Not auch negatives Verhalten, hauptsache er erhält seine Aufmerksamkeit. Ignorieren wir etwa konsequent zu häufige und jammernd-fordernde Spielaufforderungen, wird er sie bald nicht mehr in dieser Form zeigen. Loben wir im Anschluß das nächste erwünschte Verhalten, wie etwa sich eine Weile ruhig neben uns ablegen, worauf wir das Spiel initiieren, verstärken wir dieses Verhalten.
Nur bei gröberen Verstößen oder Gefahr greifen Ranghöhere Wölfe ein.
Mit der Zeit werden Sanktionen häufiger angewandt. Eine mögliche Sanktion ist der Schnauzengriff: Man greift schnell und gezielt zur Schnauze und hält sie kurz fest. Spätestens, wenn der Hund ein Beschwichtigungssignal zeigt, lässt man los.
Bei gröberen Regelverstößen kann man mit der Hand über die Schnauze greifen und die Lefzen -leicht- an seinen Zähnen reiben...
Eine weitere mögliche Sanktion ist der Alphawurf: Man greift mit der einen Hand nach einem Vorderbein, mit der anderen Hand drückt man mit leichtem Schwung dagegen, so dass der Hund auf seine Flanke fällt. Achtung, nicht mit zu viel Schwung, der Hund darf nicht mit dem Rückrad auf dem Boden aufkommen.
Ein Alphawurf ist nur in den seltensten Fällen notwendig, bei absoluter Gehorsamverweigerung, oft reicht schon ein kurzes dumpfes knurrendes: „Nein!" und / oder dass Sie Ihre „Lefzen" hochziehen und ihm seine Zähne zeigen.
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Frage
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Was ist ein Beschwichtigungssignal?
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Antwort
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Beschwichtigungssignale sind instinktive Verhaltensweisen, die ein Welpe / Hund zeigt, um Ranghöhere zu beschwichtigen. Etwa den Ranghöheren belecken (Vorzugsweise an dessen Schnauze),
sich klein machen oder auf den Rücken legen (Wobei sie Ihnen Vertrauen entgegenbringen und sagen wollen: „Schau, ich liefere mich dir aus, indem ich mich von meiner ungeschützten Seite zeige.")
Die größte Form der instinktiven „Beschwichtigung" ist das urinieren. Daher sollte man einen Hund (v.a. Welpen) nicht schimpfen, sonst lässt er es nur noch mehr laufen...
Um das Urinieren aus Angst / Unterwerfung zu verhindern kann man nur langsam das Selbstbewusstsein des Hundes aufbauen und am gegenseitigen Vertrauen arbeiten.
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Frage
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Lieber Hundeprofessor, ich habe einen acht Wochen alten
Zwingerwelpen. Bisher kannte leider nur seinen Zwinger.
Nun hat er vor allem Angst, auch vor mir. Immer wenn ich
mich ihm näher, hat er ab und verkriecht sich. Was kann
ich tun?
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Antwort
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Gehen Sie nicht auf Ihn zu. Bei Wölfen und Hunden kommen die Welpen, Rangniederen den Ranghöheren / Mammas & Papas entgegen. Nicht andersrum. Zur Belohnung erhalten die Kleinen dann Futter, was die Großen gejagt haben. Also, gehen Sie im Supermarkt / Tierfachgeschäft auf "die Jagd", halten Sie stets einen kleinen Beutel frischer Leckerlies bereit. (Ich habe einen an meinem Gürtel.) Emmentaler eignet sich gut zur Belohnung. Er ist günstig und gesund. Er enthält kein Zucker, wie viel zu viele Leckerlies (v.a. die aus der TV-Werbung - wirklich gute Züchter würden so etwas nicht empfehlen). Statt Zucker enthält Käse Kalzium für die Knochen. Nur zu viel Käse darf man den kleinen nicht verabreichen - nicht mehr als 50 Gramm wenn er noch so klein ist. Später bis zu 100 Gramm über den Tag verteilt. Schneiden Sie ganz ganz kleine Käsewürfel und geben diese in eine Tüte, welche Sie stets zur Hand haben. Setzen Sie sich auf den Boden, machen Sie sich klein, zeigen Sie, dass Sie nicht bedrohlich sind. Sobald der Kleine da ist, halten Sie ihm das Leckerlie hin. (Nicht vorher, dass ist der kleine aber feine Unterschied zwischen Belohnung und Bestechung. Belohnungen erfolgen nach einem positiven Verhalten, wie etwa Herkommen. Der Hund weiß jedoch nicht sicher wann er etwas bekommt. Die Spannung steigert seine Freude hinterher.. Bestechung heißt, man lockt ihn mit etwas. Er lernt: „Ich komme nur, wenn ich auch sicher etwas bekomme. - Also, wo is das Leckerlie?!") Beugen Sie sich nicht über ihn, knien Sie sich neben ihn. Legen Sie sich öfters hin und lassen ihn über sich steigen - wenn er dies möchte. Verhalten Sie sich so, wie sich eine Hundemamma mit ihren Kleinen verhält. Nur mit den Zähnen nicht am Nacken hochnehmen. ;-)
(Auch nicht mit den Händen am Nacken packen - siehe oben.)
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Frage:
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Das mit dem Käse hat schon viel gebracht - Danke!
Er kommt nun gerne.
Leider hat er der Kleine vor anderen Hunden immer noch
große Angst. Ich nehm ihn dann hoch, aber er fiept wie
verrückt, zittert wie Espenlaub und die anderen Hunde
kommen neugierig zu uns.
Was kann ich tun?
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Antwort:
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Wölfe nehmen ihre Kleinen nur hoch, wenn große Gefahr droht. Wenn man seinen Hund hochnimmt, wenn andere Hunde kommen lernt er:
„Aha, eins,zwei,drei,vier-Beine = große Gefahr!"
Sie verstärken also -ohne es zu wollen- seine Angst noch.
Zudem macht man seinen Hund für andere noch interessanter, da er höher ist und auch durch die meist schnelle Bewegung des hoch-nehmes.
Hunde reagieren als „Jäger" instinktiv auf schnelle Bewegungen.
Zum Glück sind die meisten Hunde friedlich, und wollen nur schnuppern, dennoch können Hunde Sie stören, aus dem Gleichgewicht bringen, und Sie haben keine Hand frei...
Lassen Sie den Hund besser zwischen Ihren Beinen Schutz suchen. Dort ist er schon einmal von den Seiten geschützt. Zudem können Sie mit den Händen zu aufdringliche Hunde fernhalten.
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Frage:
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Lieber Hundeprofessor, ich habe zwei Fragen:
Ab wann kann ich meinen Welpen ohne Leine laufen
lassen?
Ab wann kann ich mit meinem Hund U-Bahn fahren üben?
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Antwort:
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Ich konnte meinen und fremden Hunden bisher Signalwörter und positive Verhaltensweisen am schnellsten beibringen, wenn sie sich frei bewegen konnten. Zudem haben Welpen anfangs noch einen instinktiven Folgetrieb.
(Das hat „Mutter Natur" praktischerweise so eingerichtet, damit die Elterntiere nicht auf bis zu zwölf Welpen gleichzeitig acht geben müssen.)
Selbstverständlich sollten Sie den Kleinen nur an Orten frei herumlaufen lassen, wo keine Gefahren drohen.
Zum U-Bahn fahren: Je eher der Hund neue Eindrücke sammeln kann, sich an fremde Menschen gewöhnt, desto besser. Das einzige, was man erst ab dem ersten Lebensjahr des Hundes beginnen soll, ist Fahrradfahren und länger joggen. „Extremsport" kann sich sonst schädigend für Bänder und Gelenke auswirken. Man kann dennoch schon vorher das Rad neben dem Hund herschieben um ihn so langsam daran zu gewöhnen.
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